Montag, 17. Juni 2013

Projekt der Albert Schweizer Stiftung - oder: doch besser vegan?

Ich habe am Wochenende ganz liebe Freundinnen von mir besucht. Sie gleichen ihre Ernährung seit ein paar Jahren auch mehr und mehr der eines Vegetariers an und sind eine der bewusstesten Menschen, die ich kenne. Sie machen sich Gedanken und beginnen zu handeln. Ganz selbstverständlich.

In der Küche stieß ich dann auf eine Broschüre der Albert Schweizer Stiftung mit dem Titel "Selbst wenn Sie Fleisch mögen, können Sie Tieren helfen."
Begierig fing ich an, das Heftchen zu durchstöbern. Und endete damit, dass ich mir viel radikalere Gedanken um meine Ernährung machte, als bisher.

 Quelle: Albert Schweizer Stiftung

Die Broschüre beginnt damit, dass der Verfasser erzählt, wie er früher gelebt hat und was ihn dann dazu gebracht hat, gänzlich auf tierische Produkte zu verzichten. Es ist von der Hühnerhaltung die Rede, von der Mastzucht von Schweinen und das Entreißen junger Kälber von deren Müttern, die es durch eine künstliche Befruchtung zur Welt gebracht haben.
Auch von Biomärkten ist die Rede. 
Es werden die Vorteile veganen Lebens aufgeführt und das in einer - meiner Meinung nach - viel besseren Art und Weise, als z.B. die PETA es tut. Man spürt keine Art von Aggression und es werden in keiner Hinsicht die Fleischfresser unserer Gesellschaft angeprangert. Es wird zum Nachdenken angeregt. Und das hat mir gefallen.

Ich habe also weiter recherchiert und bin auf die Seite dieses Projektes gestoßen: selbst-wenn.de bietet Informationen, Rezepte, und die Möglichkeit, den Flyer herunterzuladen (guckst du hier). 
Von da aus kam ich auch auf Seiten wie z.B. bio-wahrheit.de. Die Dinge die ich da las waren erschreckend - doch irgendwie trotzdem keine Überraschung.
Und was ist nun, wenn ich mich noch nichtmal mehr auf das Bio-Siegel verlassen kann?

Hier, mitten im Pott, kommt man eher schwierig an einen Bauernhof, der eigenes Fleisch oder Käse anbietet. Also habe ich mir nochmal stark Gedanken gemacht und für mich folgendes beschlossen:

Veganer Lebensstil ist doch eine Option! 

Wie soll ich Biomärkte und -höfe unterstützen, damit diese vielleicht irgendwann die Massentierhaltungsbetriebe vom Markt drängen, wenn sie selbst nicht besser sind?
Ich werde zumindest damit anfangen, einmal in der Woche einen veganen Tag einzulegen. Später vielleicht zwei. Und nach und nach zum "Veganer sein" übergehen.

Das ist zumindest der Plan. Das bedeutet aber auch, dass ich irgendeine Alternative für meinen geliebten Käse finden muss! 
Erwähnenswert finde ich die Aktion vom "selbst-wenn" Projekt, dass sie für Einsteiger ein "Probier-Paket" über den Online-Shop "alles-vegetarisch.de" anbieten (mit 20% Rabatt, jetzt guckst du hier). Ich bin hart am Überlegen, ob ich das nicht mal wahrnehme. 
Dummerweise habe ich von vielen Veganerfreunden schon gehört, dass veganer Käse nicht so das Gelbe vom Ei ist. Deswegen wollte ich heute mal in unseren Bio-Markt (eine große Kette), um zu erfragen, ob ich ein Stückchen veganen Käses probieren kann. Ich hab schon eine Frischetheke gesehen, bei der dies angeboten wurde.
Ich wurde bitter enttäuscht. Nicht nur an der Frischetheke gab es keinen veganen Käse, sondern auch nicht abgepackt in der Kühlung! Ein dicker Minuspunkt für diesen Markt.
Also muss ich mich weiter auf die Suche machen. Ich überlege einen Versuch zu starten, wie es eine Freundin von mir gemacht hat: sie schreibt einen Blog über naturbelassene Kosmetik und Haarpflege und hat viele Naturkosmetikfirmen angeschrieben. Sie wolle die Produkte testen und dann das Ergebnis auf ihrem Blog veröffentlichen. Sie bekam von fast jeder Firma Proben (in Form von ganzen 250 ml Flaschen Shampoo, Mascaras, etc.)
Vielleicht kann ich das ja mit veganem Käse machen? Einfach die Firmen anschreiben. Dann bekomme ich vielleicht eine Probe und kann dann meine Meinung darüber professionell hier veröffentlichen :D
Ich glaube nur, dass mein Blog dafür noch zu wenig besucht ist...

Wichtig jedoch ist, dass mich diese Broschüre sehr überzeugt hat und ich ernsthaft ins Grübeln gekommen bin.
Was nützt es uns, wenn wir vermeintlich "gute" Tierprodukte essen, es uns dann aber doch nur vorgegaukelt wird? Wem kann man noch sein Vertrauen schenken??
Ich möchte eigentlich lieber nicht das Risiko eingehen.

Habt ihr vielleicht Ideen oder Anregungen, wie mir der Einstieg besser gelingen könnte? Kennt ihr einen veganen Käse, der dem "natürlichen" ansatzweise ähnelt? 
Ich würde mich über eure Kommentare freuen :)

Kommentare:

  1. Ich habe vor 2 oder 3 Jahren mal einfach einen veganen Monat eingelgt. Dis dato dachte ich immer, vegan sein bedeute Verlust und Verzicht. Aber der Monat hat mich eines anderen belehrt. Es ist eindeutig aufwendiger vegan zu leben, weil man besser vorbereitet sein muss auf seinen Hunger (nicht überall gibt es veganes Essen), aber sonst war es toll. Interessanterweise habe ich Käse überhaupt nicht vermisst, obwohl ich immer dachte ich könnte auf alles verzichten, nur darauf nicht.
    Ißt du denn lieber Schnitt- oder Frischkäse, pur, auf Brot oder zum kochen/backen?
    Als Schnittkäse kann ich Wilmersburger Käse empfehlen. Frischkäse gibt es meiner Meinung nach die besseren Imitate als von Hartkäse.
    Solltest mal das Vegilicious in Dortmund besuchen, da wirste auch gut beraten :)
    Beim kochen fehlt mir Käse sehr selten und auf Brot habe ich schon lange meine Leidenschaft zu Pflanzenaufstrichen entdeckt.

    Liebe Grüße,
    Karmi

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    1. Also, ich esse Käse sowohl auf Brot, als auch beim Kochen. Deswegen ist das für mich etwas schwer, komplett drauf zu verzichten :D Aber wenn du sagst so schwer wäre das gar nicht, dann bestärkt mich das nochmal extra in meinem Vorhaben.
      Den Laden in DO kenn ich, war aber noch nicht drin. Muss ich mal machen. Ja, den Frischkäse habe ich auch gesehen. Ist natürlich eine gute Basis für eigene Brotaufstriche. Pflanzliche Brotaufstriche mag ich nur, wenn die ohne Nährhefe gemacht sind. Mich sprechen die von Zwergenwiese total an. Basitom ist ultra lecker :)

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