Sonntag, 9. Juni 2013

Essen

Der Film Earthlings hat mein Essverhalten total über den Haufen geworfen und ich möchte euch gern davon berichten.

Da ich jemand bin, der etwas auf sein Gewicht achten muss, weil ich bei einer Pizza direkt 2 Kilo zulege, habe ich mich schon früh viel mit Ernährung beschäftigt. Ich bin kein Fan von diesen ganzen Diät-Geschichten, bei denen man sich kleine Tinkturen oder Pillchen einflößt. Für mich ist gesunde, richtige Ernährung das A und O. Viel Gemüse, genügend Mineralstoffe, Obst, ein gesundes Verhältnis von Fett und Kohlenhydraten. Ich habe mich viel durch Dokumentationen, Fachliteratur, Bücher und Blogs/Internetseiten gewühlt. Und wurde immer wieder bestätigt: das natürlichste ist gesunde Ernährung mit Sport zu verbinden.
Ich war glücklicherweise noch nie ein großer Fan von Süßigkeiten aller Art, deswegen bereitete mir dies keine Probleme. Meine Schwachstelle ist Käse. Und Nudeln. Inzwischen habe ich beides auf ein gesundes Maß reduziert.
Ich erzähle euch diese Vorgeschichte, weil sie erklärt, wie ich auf den Film "Earthlings" gekommen bin. 
Ich stöberte durch die Sammlung an Ernährungsdokumentationen und stieß drauf. Der Film wurde als recht verstörend, aber auch sehr lehrreich  beschrieben. 
...
Ich kann ihn nur jedem ans Herz legen, der denkt, er müsse in seinem Leben mal grundlegend was ändern und noch einen Anstoß braucht. Er ist wirklich verstörend. In 5 Teilen wird gezeigt, wie der Mensch mit seinem Lebensnachbarn, den Tieren, umgeht. Der Sprecher ist Joaquin Phoenix, die Bilder sind von verstreckten Kameras gefilmt.


  • Punkt 1 beschäftigt sich mit Haustieren. Wie Hunde und Katzen in Amerika und Osteuropa am laufendem Band "produziert" werden und am Ende keinen Besitzer bekommen. Sie werden vergast oder eingeschläfert, wenn nicht schlimmer.



  • Bei Punkt 2 geht es um die Massentierhaltung, Tiere als Nahrung. Jeder weiß, wie es da zu geht, aber es nochmal so zu sehen, lässt einen die Galle hoch kommen.



  • In Punkt 3 wird die Lederproduktion beschrieben. "Witzigerweise" ist der Hauptlieferant von Leder für Amerika, Deutschland und die UK Indien. Wo Kühe als heilig angesehen werden. Sie müssen viele Kilometer zurücklegen und wenn sie nicht mehr können, werden ihnen die Schwänze gebrochen, damit sie weiter laufen.



  • Punkt 4 und 5 zeigen Tiere im Entertainmentbereich wie z.B. Zirkus oder in Sea World und beschäftigen sich mit dem Thema der Tierversuche in der Kosmetik- und Pharmaziebranche.


Jeder hat eine Ahnung davon, was in diesen Gefilden abgeht. Es wundert keinen, wenn man hört, dass Milchkühe nur 5 anstatt die normalen 25 Jahre leben, mehrere Kälber im Jahr kriegen müssen, um die Milchproduktion zu garantieren, während normale Kühe vielleicht ein paar in ihrem Leben zur Welt bringen.
Das alles aber zu sehen hat eine ganz andere Wirkung. Schon allein die Tatsache, dass nicht nur die Schlachthöfe gezeigt wurden, sondern auch die Milch- und Käsebetriebe (sprich: die Milchkuhhaltung) lässt einem klar werden, dass es Milchkühen nicht wirklich besser geht, auch wenn sie nicht grausam geschlachtet werden.

Und dies alles hat mir die Augen geöffnet. Ich begann, nur noch Naturkosmetik zu kaufen, auf Duschgel und Shampoo, etc. vom hiesigen Drogeriegeschäft zu verzichten. Ich kaufe keine Klamotten bei h&m und Co. Ich beziehe, soweit möglich, das meiste in Second Hand Läden. Und ich kaufe meine Lebensmittel - soweit ich kann - nur noch in Läden, wo ich sicher sein kann, dass Fleisch und Milch bzw. der Käse von Höfen in der Nähe kommt, wo die Tiere nicht Bauch an Bauch in kleinen Ställen stehen, niemals das Tageslicht sehen.
Ich muss dazu sagen, dass ich finde, dass tierische Produkte nichts unnatürliches sind.. Der Mensch isst seit Millionenjahren Fleisch und der Körper hat sich darauf eingestellt. Ich muss auch nicht jeden Tag Fleisch essen. Ich esse sogar ziemlich wenig Fleisch. Aber auch Milchprodukte sind - meiner Meinung nach - für meinen Körper wichtig. Deswegen habe ich mich GEGEN einen veganen Lebensstil entschieden. Ich habe viele Freunde, die vegan sind und ich koche sehr gerne mit ihnen, die Dinge sind zum größten Teil sehr lecker. Ich selbst mache mich oft auf die Suche nach veganen Rezepten, denn ich will und habe meinen Verbrauch an tierischen Produkten in hohem Maße zurück geschraubt. Schon allein weil ich mit meinem mickrigen Studenten"lohn" nicht jede Woche teuren Käse vom Biohof kaufen kann. Trotzdem kann und will ich nicht komplett drauf verzichten.

Das Wichtige ist für mich, dass man das Bewusstsein für das, was man isst, erlangt und sich Gedanken macht, anstatt alles in sich rein zu stopfen.
Hätte heutzutage der Großteil der Menschheit dieses Bewusstsein, hätten wir einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht und wären alle ein Stück weiter.

1 Kommentar:

  1. Hey Sarita, bin grad über Google hergekommen - schön zu lesen, wie Du von Deinen Anfängen berichtest!
    Kennst Du den "Zutaten-Check"? http://www.vegpool.de/magazin/zutaten-check.html Man kann damit nachschauen, ob bestimmte Zutaten und E-Nummern eigentlich vegan sind. Grade beim Einkaufen ganz sinnvoll...
    Mach weiter so... viele vegane Grüße!

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